Internationale Medienrecherche enthüllt Verbindungen zwischen maltesischen Firmen und mutmaßlich illegalem Online-Glücksspiel in Deutschland

Bianca Bauer · Sep 25, 2026

Internationale Medienrecherche enthüllt Verbindungen zwischen maltesischen Firmen und mutmaßlich illegalem Online-Glücksspiel in Deutschland

Darstellung einer Medienrecherche zu Glücksspielnetzwerken mit Malta-Bezug

Ein internationales Team aus Sicherheitsforscherin Lilith Wittmann, dem norwegischen Sender NRK, dem deutschen NDR, dem schwedischen SVT sowie der Plattform Follow the Money hat Verbindungen mehrerer auf Malta ansässiger Unternehmen zu angeblich illegalen Online-Glücksspielaktivitäten aufgedeckt, die sich gezielt an deutsche Nutzer richteten, und die Untersuchung konzentriert sich auf Platincasino, das als größtes illegales Casino in Deutschland beschrieben wird.

Die zentralen Akteure der Recherche

Die beteiligten Medien und die Forscherin haben interne Dokumente ausgewertet, die nach einem Hackerangriff auf die Malta Gaming Authority zugänglich wurden, und diese Materialien zeigen, wie verschiedene maltesische Entitäten Strukturen aufbauten, die später mit Curaçao-Lizenzen verknüpft wurden, um Dienste ohne deutsche Erlaubnis anzubieten.

Beobachter betonen, dass solche Offshore-Konstruktionen es ermöglichten, Zahlungen und Lizenzierungen über mehrere Länder zu leiten, während die eigentlichen Angebote weiterhin auf dem deutschen Markt aktiv blieben.

Finanzielle Dimensionen und Steuerausfälle

Die Ermittlungen führen zu einer Schätzung von rund 250 Millionen Euro an nicht gezahlten deutschen Glücksspielsteuern, und diese Summe ergibt sich aus dem Betrieb von Plattformen wie Platincasino über Jahre hinweg, wobei die Nutzung unlizenzierter Angebote im Fokus steht.

Experten weisen darauf hin, dass die Kombination aus maltesischen Firmengründungen und späteren Wechseln zu Curaçao-Lizenzen es den Betreibern erlaubte, regulatorische Lücken zu nutzen, während deutsche Behörden gleichzeitig Steuerausfälle verzeichneten.

Die Polizeioperation im September 2026

Im September 2026 führte eine dreijährige deutsche Ermittlung zu einer groß angelegten Polizeimaßnahme, bei der ein Verdächtiger festgenommen und Vermögenswerte im Wert von etwa 82 Millionen Euro sichergestellt wurden, und die Aktion steht in direktem Zusammenhang mit den zuvor aufgedeckten Netzwerken.

Recherchen deuten auf Verbindungen zum früheren Red-Rhino-Eigentümer Thomas Kalman sowie zu Strukturen hin, die mit Softswiss in Verbindung gebracht werden, wobei die genauen Eigentumsverhältnisse durch die gehackten Dokumente weiter beleuchtet wurden.

Illustration einer polizeilichen Razzia im Kontext von Online-Glücksspielermittlungen

Strukturen über Malta und Curaçao

Die untersuchten maltesischen Gesellschaften dienten als Drehscheibe für die Einrichtung von Offshore-Gesellschaften, die anschließend Curaçao-Lizenzen nutzten, und diese Vorgehensweise ermöglichte es, Glücksspielangebote ohne deutsche Zulassung zu betreiben, während die eigentlichen Betreiberstrukturen verschleiert blieben.

Die Malta Gaming Authority veröffentlicht auf ihrer Website allgemeine Informationen zu Lizenzierungsverfahren, und die gehackten internen Unterlagen lieferten zusätzliche Einblicke in die Verbindungen zu Plattformen wie Platincasino.

Weitere Verknüpfungen und Ermittlungsergebnisse

Die Medienrecherche legt nahe, dass die Netzwerke über mehrere Jahre hinweg operierten und dabei sowohl maltesische als auch karibische Rechtseinheiten einbezogen, und die Kombination aus diesen Strukturen führte letztlich zu den hohen Steuerausfällen in Deutschland.

Deutsche Ermittler konnten durch die internationale Zusammenarbeit der Medien und Forscher weitere Details zu den finanziellen Strömen und den beteiligten Personen sammeln, was die Grundlage für die September-2026-Operation bildete.

Abschließende Einordnung der Ergebnisse

Die veröffentlichten Erkenntnisse zeigen, wie komplexe internationale Firmengeflechte im Bereich des Online-Glücksspiels genutzt wurden, und sie liefern gleichzeitig konkrete Zahlen zu sichergestellten Vermögenswerten sowie zu mutmaßlichen Steuerausfällen.

Die beteiligten Medien und die Sicherheitsforscherin haben damit einen detaillierten Einblick in die Abläufe gegeben, der auf den gehackten Dokumenten sowie auf den Ergebnissen der deutschen Ermittlungen basiert.